Die von der Hauptstraße in Richtung kath. Kirche abgehende Straße hieß bis ca. 1910 "Die Kellerei" und wurde dann in "Kirchstraße" umbenannt.
Kellner oder Kellerer wurde der Beamte des Kürfürsten genannt, der für die Finanzen und Steueren zuständig war. Der Kellner hatte für das kurkölnische Amt Nürburg seinen Sitz in der Komturei Adenau und gab der Straße ihren ursprünglichen Namen.
Bei der katastermäßigen Erfassung der Grundstücke, Gebäude und Eigentümer war 1827 für das oben bezeichnete Wohnhaus mit Gerberei der Handelsmann Anton Baur eingetragen.
Anton Bauer, der 1848 von den Wahlkreisen
Adenau/Cochem/zell in die Preußische Nationalversammlung in Berlin gewählt wurde.
Anton Baur kam durch seine Heirat mit
Agnes van Schellenbeck in den Besitz des bebaten Gründstückes. Die Familie van Schellenbeck war eine seit dem 16. Jahrhundert in Adenau in
5 Generationen ansässige Beamtenfamilie, die Ihre Wohnung am Adenauer Marktplatz (heutiges Kreissparkassen Gebäude) hatte.
Erst mit Arnold van Schellenbeck, * 1702 + 1779 und sein Sohn Ignaz van Schellenbeck, *1740 + 1796 (Vater von Agnes und Schwiegervater von Anton Baur),
erscheint die Berufsbezeichnung "Fabrikant und Meister der Gerberzunft"
Daraus kann man wahrscheinlich auch das Baujahr des Wohnhauses mit Gerberei an der Kirchstraße mit der Zeit zwischen 1730 und 1750 ableiten.
Vorher war hier, wie auch auf dem gesamten heutigen "Dr. Creutz Platz", der sogenannte "Bungert"
der Baum-(Obst) garten der Johanniterkommende Adenau.
Anton Baur verstarb 1842. Bei der Erbteilung 1843 erhielt sein Sohn Joseph, * 1811, der bereits vorher das Gerberhandwerk hier ausgeübt hatte, das Grundstück an der Kirchstraße. Der andere Sohn Nicola, * 1808, bekam das Geschäftshaus am Markt.
Joseph, zeitweise auch Hauptmann der Adenauer Bürgerwehr, hatte bereits 1840, bei der großflächigen Aufteilung des "Bungerts" an die Anlieger und sonstige Interessenten einen Grundstücksteil zur Vergrößerung seines zu erwartenden Erbteils auf seinen Namen erworben.
Zu der Zeit wurde auch von Heinrich Friedrich die Gaststätte "Friedrichshof" erbaut.
Um 1850 zog Joseph Baur mit seiner Frau Franziska in deren Geburtsort Köln.
Joseph Baur teilte daraufhin sein Grundstück an der Kirchstraße, 1852 in zwei Teile.
Das Gerberei-Gebäude hinter dem Wohnhaus veräußerte er noch im selben Jahr an Franz Wilhelm Claesgens, der jedoch bereits am 6. Nov. 1853 für 1480 Taler (heutiges Geld ca. 75.000 €) an die evangelische Kirchengemeinde weiterverkaufte.
Nach einigen Umbauten wurde dort ein Betsaal eingerichtet und Gottesdienst abgehalten.
Das Wohnhaus an der Kirchstraße verkaufte Joseph Baur, 1855 an den Gerber Mathias Uhler, der bereits vorher in der Wimbachgasse eine Gerberei besaß und hier nur seine Wohnung bezog.
Durch den Vorausgegangenen Verkauf des Nebengebäudes (Gerberei) an Claesgens, bzw. die evangelische Kirchengemeinde besaß Uhler nur das Wohnhaus auf seinem neuerworbenen Grundstück.
Er baute deshalb, 1876 zusätzlich eine Scheune.
1934 kaufte Hubert Koll das Haus an der Kirchstraße
1970 vererbte Hubert Koll an seine Kinder
1988 kaufte Familie Stetter die Scheune
2004 kauften wir das Haus an der Kirchstraße
2005 kauften wir die Scheune.
Das Haus an der Kirchstraße ist heute das Gästehaus "Zur alten Gerberei"
und die Scheune wurde zum Bürogebäude
EG, unser Büro für die Unternehmen
Altbau-Sanierung/Trockenbau/immobilien und
Verwaltung des Gästehauses.
1.OG. Büro der evangelischen Kirchengemeinde.
Ausarbeitung des Lebenslaufs
Herrn Manfred Korden "Heimat-Museum" der
Stadt Adenau
Vielen Dank dafür Fam. Hildegard und Horst Schug
Urlaub im Zentrum von Adenau
Eröffnung 28.März 2007
Weiterhin ist im Erdgeschoss das "Adenauer Familienzentrum" untergebracht.